Wie man die Stärken von Scrum und Function Points im Festpreismodell vereint

„Wie man die Stärken von Scrum und Function Points im Festpreismodell vereint.“

Wichtiger als die richtige Metrik ist die gemeinsame Schätzung der Komplexität

Scrum ist mittlerweile in der IT weitverbreitet und bekannt. Jeder kennt das beliebte agile Framework, jeder weiß welche Rollen es gibt und vom Daily Stand-up hat man zumindest auch schon gehört.

Scrum ist aber nicht nur ein Framework zur Projektentwicklung. Scrum unterstützt einen dabei die Werte agiler Vorgehensmethoden umzusetzen. Diese Werte wurden im Agilen Manifest definiert:

Individuen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge
Funktionierende Software ist wichtiger als umfassende Dokumentation
Zusammenarbeit mit dem Kunden ist wichtiger als Vertragsverhandlung
Reagieren auf Veränderung ist wichtiger als das Befolgen eines Plans

Scrum konzentriert sich auf die beteiligten Personen und darauf, dass am Ende ein erfolgreiches Ergebnis erzielt wird. Es verhindert bürokratische Prozesse, die auf Kosten der Motivation der Mitarbeiter gehen. Hürden sollen durch intensive Zusammenarbeit – sowohl innerhalb des Teams, als auch nach außen – frühestmöglich überwunden werden.

Bei JIT verwenden wir einen Scrum-Prozess für Festpreisprojekte deren Anforderungen mit Function Points geschätzt wurden. Das bedeutet, dass wir das Scrum-Framework so adaptieren müssen, dass es unseren Anforderungen entspricht. In zwei Punkten weicht unsere Methode etwas vom gängigen Fall ab:

1) Festpreisprojekte mit Scrum

Festpreisprojekte mit der agilen Methode Scrum zu realisieren ist auf den ersten Blick ein Widerspruch. Da Kunden aber häufig den Festpreis bevorzugen, haben wir eine Methode gefunden, beides zu vereinen.

Der Einsatz von Scrum bei Festpreisprojekten kann die Zusammenarbeit zwischen Kunden und Lieferanten erleichtern. Dafür ist es notwendig, dass der Kunde den Scrum-Prozess mitlebt. Das ist aber bei jedem agilen Projekt so, unabhängig von den Verträgen oder Zahlungsmodalitäten. Die obigen agilen Werte müssen im gesamten Projekt gelebt werden.

Wir sind mit unseren Scrum-Projekten in den Entwicklungsprozess der KundInnen mit eingebunden; Hier können wir von JIT unsere größten Stärken einsetzen – kooperative Zusammenarbeit und direkte Kommunikation nach außen. Außerdem ist es so nicht erforderlich sämtliche Anforderungen für eine Applikation auf einmal schätzen, denn mit Scrum schätzt man die einzelnen User Stories nacheinander. Das ist entschieden einfacher.

2) Function-Point mit Scrum

Die gängigste Schätzmetrik für Scrum sind zwar nicht Function Points, sondern Story Points, diese sind für Scrum jedoch nicht obligatorisch. Weit wichtiger als die Metrik ist das vergleichende Schätzen der Komplexität. Wenn man daher die Einschätzung der Komplexität eines Elementarprozesses bzw. Datenbestands gemeinsam macht, können Story Points wegfallen.

Ein Scrum Team muss gemeinsam schätzen, sich gemeinsam das Sprintziel setzen und dieses dann auch gemeinsam erreichen. Darauf kommt es an.

Fazit: Die Function-Point-Schätzung und der Festpreis lassen sich gewinnbringend mit Scrum vereinbaren, wenn gewisse zulässige Adaptionen gemacht werden. Das wichtigste für den Erfolg eines Scrum-Projekts ist, dass das Team kollektiv die agilen Werte lebt. Diese Prämisse erfüllt JIT voll und ganz. Wir haben die agilen Werte schon gelebt, bevor Scrum überhaupt eingeführt wurde. Scrum hat lediglich mehr Ordnung in unseren agilen Alltag gebracht.

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